Burg
Rheinfels
![]() Burg Rheinfels von der St. Goarer Rheinpromenade betrachtet Foto: Copyright by Rainer
Schmitz
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Auch die 1245 von den Grafen von Katzenelnbogen hoch über dem Rhein erbaute Burg Rheinfels diente dazu, Rheinzölle einzunehmen. Später wurde sie von den Landgrafen zu Hessen-Kassel massiv zur Festung mit einem Schloß ausgebaut und war etwa 500 Jahre lang die größte und mächtigste Festung am Rhein.
Burg RheinfelsFoto: Copyright by Rainer
Schmitz
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Auch heute, über 200 Jahre nach ihrer Zerstörung, vermittelt die Ruine noch einen Eindruck ihrer einstigen Größe.
In der Burgkapelle ist heute das Heimatmuseum eingerichtet.
• Als um 1200 die Rheinzölle aufkamen, erkannten die aus dem rechtsrheinischen Taunus stammenden Grafen von Katzenelnbogen die damit verbundenen Einnahmemöglichkeiten und bauten am Ufer von St. Goar zunächst eine Zollburg. So konnten sie auch linksrheinisch Fuß fassen.
• Ab 1245 verwandte Graf Diether von Katzenelnbogen die Zolleinnahmen zum Bau der Burg Rheinfels in 115m Höhe. Sie wurde später zum mächtigsten Festungswerk am Rhein ausgebaut. Als Besonderheit besaß die Burg Minengänge, die bei Gefahr mit Pulver gefüllt wurden. Eindringende Feinde konnten so in die Luft gesprengt werden. Die Minengänge können heute besichtigt werden (Taschenlampe mitnehmen).
• 1255 schon mußte die Burg ihrer ersten Belagerung standhalten. Wegen einer Erhöhung des Rheinzolls zog ein Heer des Rheinischen Städtebundes mit 9000 Bewaffneten Soldaten vor die Burg. Nach über einem Jahr Belagerung und 40 Stürmen gaben die Belagerer auf. Rheinfels erwirbt den Ruf einer unbezwingbaren Burg.
• 1331-1358 wilhelm II. von Katzenlnbogen lässt die Anlage ausbauen und erweitern.
• 1371 wird auf der gegenüber liegenden Rheinseite die Burg Katz gebaut. Man erhebt nun den 'St. Goarer Doppelzoll' für Berg- und Talfahrer.
• Im 15. Jahrhundert wird Burg Rheinfels zum kulturellen Zentrum am Mittelrhein.
• Um 1410 werden auf der Burg zwei große Geschütze gegossen. Die Büchsenschmiede wird in dem Zusammenhang erstmals erwähnt. Es folgt eine erste Modernisierung der Befestigungen gegen Geschützbeschuss.
• 1474 konnte die Burg einer erneuten monatelangen Belagerung durch Karl den Kühnen standhalten.
• 1479 starb das Geschlecht derer von Katzenelnbogen mit dem Tod Philipps des Älteren aus. Erben von Zoll und Burg wurden die Landgrafen von Hessen-Kassel. Die Anlage wurde in der Folgezeit stark ausgebaut. Unter dem Landgrafen Ernst von Hessen-Rheinfels-Rothenburg wurden die Festungsanlagen erheblich erweitert.
• 1520 zeichnet Albrecht Dürer die Burg auf einer Rheinreise.
• 1522 werden die Befestigungsanlagen wegen einer Fehde mit Franz von Sickingen verstärkt.
• 1527 führt Philipp der Großmütige die Reformation ein. Er stirbt 1567.
• 1583 stirbt auch sein Sohn, Philipp der Jüngere. Es kommt zu einem Erbstreit zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt der bis 1648 andauern wird.
• 1626 wurden 300 angreifende Spanier aus dem Heer von Hessen-Darmstadt durch Zündung der Minengänge getötet.
• 1629 wurde die Burg von Kurtrier erfolglos belagert.
• 1657-1672 erfolgt ein weiterer Ausbau zur stärksten und modernsten Festung des Reiches durch Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels.
• 1684 erfolgloser Eroberungsversuch französischer Truppen.
• 1688 erneu ein erfolgloser Eroberungsversuch französischer Truppen.
• 1692/93
versuchten die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg unter Ludwig XIV. im Dezember mit 28000 Soldaten und
56 Geschützen, die Festung mit ihren 4000 Mann Besatzung zu erobern. Am 2. Januar
1693 hatten die Belagerer ein Drittel ihres Heeres verloren und mußten
ebenfalls erfolglos den Rückzug antreten. Dadurch wurde eine dauerhafte Besetzung der linken Rheinseite durch Franzosen verhindert.
Die Rheinfels war die einzige
Burg am Rhein, die den Angriffen des französischen Heeres widerstand.
• 1758 geriet Rheinfels erstmals in feindliche Hände. Die Besatzung kapitulierte kampflos vor einem französischen Heer. Sie bleibt bis 1763 besetzt.
• 1794 übergab ein Kommandant die Burg mit 3200 Mann Besatzung kampflos an eine schlecht ausgerüstete französische Revolutionstruppe. Er wurde dafür später zum Tode verurteilt.
• 1797 wird sie von den Franzosen durch Sprengung zerstört.
• 1812 wird die Ruine versteigert und gelangt so in Privatbesitz.
• 1818 verwendet Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I. die Ruine als Steinbruch für den Wiederaufbau der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.
• 1843 kauft der Prinz von Preußen (Friedrich Wilhelm IV.) den mittelalterlichen Teil der Ruine und verhinderte damit ihren weiteren Verfall. Etwa ein Drittel der Burganlage ist heute noch erhalten.
• 1923 Übergabe der Ruine an die Stadt St. Goar mit der Verpflichtung zur Instandhaltung.
• Seit 1925 ist Burg Rheinfels Eigentum der Staft Koblenz und wird vom 'Hanseorden' betreut.
Besichtigung von April - Oktober 9:00 bis 18:00 mit und ohne Führung möglich
und lohnend.
Wer die unterirdischen Gänge erkunden möchte, sollte eine Taschenlampe
mitnehmen.
Führungsdauer 1 Std 15 Min.
An der Burg befindet sich ein Parkplatz.
Fußweg ab St. Goar ca. 10 Minuten.
Burg Rheinfels
56329 St. Goar
Tel. 06741/383
Öffnungszeiten:
April-Okt.: 9.00 - 18.00 Uhr,
Nov.-März: samstags und sonntags bei guter Witterung: 10.00 - 17.00
Preise: Erw.: 4,00 EURO
Kinder: 2,00 EURO
Schüler/Studenten: 1,50 EURO
![]() St. Goar mit Burg Rheinfels Künstler: Johann Ludwig Bleuler |
![]() Burg Rheinfels Foto: Copyright by Rainer
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![]() Burg Rheinfels Foto: Copyright by Rainer
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![]() Blick von der Burg Rheinfels auf St. Goar Foto: Copyright by Rainer
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![]() Blich von der Burg Rheinfels Foto: Copyright by Rainer
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