Kaub |
![]() Kaub mit der Burg Gutenfels Foto: Copyright by Rainer
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Das romantische Städtchen Kaub kann auf eine mehr als 1000jährige schriftlich belegte Geschichte zurückblicken. Im Mittelalter war hier eine Zollstätte, aus der mit dem Bau der Burg Pfalzgrafenstein das Wahrzeichen der heutigen Stadt Kaub hervorging. Die ehemalige Stadtbefestigung mit Wergängen und Türmen ist zum großen Teil erhalten geblieben.
Außer im Weinbau fanden hier früher viele Menschen Arbeit als Rheinlotsen oder Leienbrecher (Schieferbrecher). Der 1353 erstmals im Mittelalter erwähnte Schieferabbau wurde noch bis 1930 betrieben. Der Schiefer wurde ursprünglich im Tagebau, später im Untertagebau gewonnen. Nachweislich verwendeten schon die Römer Schiefer aus Kaub zum Bau des Limes.
Die gefährliche Gebirgsstrecke des Rheins führte dazu, dass aus Kaub die besten Schiffsleute stammten. Hier bestand auch die größte Lotsenstation. Inzwischen wurde die Fahrrinne vertieft und auch der Einsatz technischer Hilfsmittel wie Radar macht heute den Beruf des Rheinlotsen in dieser Region überflüssig.
![]() Feldmarschall Blücher Foto: Copyright by Rainer
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Früher nannte man den Ort 'Cuba'. Woher dieser Name kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Er könnte aus dem keltischen Wort "Cabi" = "kleines Haus" entstanden sein. Aber auch der Ursprung aus dem lateinischen Wort "cubare" = lagern ist denkbar und könnte sich auf die Schieferlager oder den früher von den Römern vermutlich unterhaltenen Vorposten beziehen. Der Name könnte auch aus dem Wort 'Cupa' = Kufe entstanden sein, weil der heilige Theonest der Legende nach auf einer beschädigten Kufe den Rhein hinabtrieb und von den Bewohnern des heutigen Kaub gerettet wurde. Zum Dank missionierte er sie und brachte die ersten Weinreben in die Region.
In der Neujahrsnacht 1813/14 überquert Feldmarschall Blücher (Fürst Blücher von Wahlstadt, genannt 'Feldmarschall Vorwärts') hier während der Freiheitskriege bei der Verfolgung Napoleons mit seinem Heer auf einer von russischen Pontonieren erbauten Pontonbrücke den Rhein. Der Weg auf die linke Rheinseite führte über die kleine Insel, auf der die Burg Pfalzgrafenstein steht.
![]() Feldmarschall Blücher Foto: Copyright by Rainer
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In dem Haus, in dem er damals übernachtete, dem ehemaligen Gasthof 'Stadt Mannheim' (erbaut 1780), ist seit 1913 das Blüchermuseum untergebracht. Außerdem erinnert ein Denkmal in der Stadt an diese historische Tat.
![]() Kaub Foto: Copyright by Rainer
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• Am 14. Juni 983 wird Kaub erstmals in der sogenannten 'Veroneser Schenkung' von Kaiser Otto II. auf dem Reichstag in Verona in einer Urkunde erwähnt. Kaub, damals 'Cubam' genannt, gelangt in den Besitz des Erzstiftes von Mainz.
• 1257 werden Kauber Zolleinnahmen erstmals erwähnt. Burg und Zollrechte sind jetzt in der Hand der Herren von Falkenstein.
• 1277 verkaufen die Falkensteiner die Burg einschließlich der Zollrechte für 2300 Mark Aachener Denare an die Pfälzer.
• 1289 erwirbt Ludwig II. von der Pfalz auch noch die restlichen Rechte der Falkensteiner. Auch die Güter zu Kaub, Weisel, Beiden Dörscheid und Ransel gehen nun in Pfälzisches Eigentum über.
• Am 23. März 1324 verlieh Ludwig der Bayer Kaub die Stadtrechte und städtische Freiheiten. Kurz darauf wird die Stadtbefestigung erweitert.
• 1479 existierte in Kaub eine Schule, was in der damaligen Zeit unüblich war
• 1504 werden Kaub und die Burg Gutenfels von Landgraf Wilhelm von Hessen 6 ½ Wochen lang belagert. Eine steinerne Gedenktafel am ehemaligen kurpfälzer Amtshaus erinnert noch heute an die erfolgreiche Verteidigung.
• Im 30jährigen Krieg wird Kaub häufig von Soldaten belagert. Hungersnöte und Seuchen machten der Bevölkerung zu schaffen.
• 1635 richtet ein Feuer großen Schaden an. Auch Schule, Rathaus und Pfarrhaus fallen den Flammen zum Opfer.
• Nach dem Ende des Krieges gab es in Kaub nur noch 66 Wohnhäuser und 198 Einwohner. Es dauerte mehr als 100 Jahre, bis sich Kaub von den wirtschaftlichen Folgen des Krieges erholt hatte.
Foto: Copyright by Rainer
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Die Inschrift lautet: 'Im Jahre des Hels 1813 am 31 December um Mitternacht, zog siegreich an dieser Stelle, Fürst Blücher von Wahlstadt, Feldmarschall genannt Vorwärts, mit seinen Tapfern ueber den Rhein, zur Wiedergeburt Preussens, und des Deutschen Vaterlandes.' |
• 1802 gehört Kaub zu Hessen.
• 1806 zum Herzogtum Nassau.
• 1813/14 Rheinüberquerung durch Blücher.• 1866 wird Kaub preußisch.
• In der Nacht vom 10./11. März 1876 werden bei einem Bergrutsch 26 Menschen getötet und 10 Wohnhäuser zerstört. Die etwa 100.000 m² Geröll verbreiterten das Rheinufer. Auf diesem Gelände steht heute das Blücherdenkmal. Rechts neben der Burg Gutenfels sieht man eine große Senke, die durch den Bergrutsch entstand.
Blücherdenkmal
Der Entwurf stammte von dem Berliner Bildhauer Professor Friedrich Schaper. Guß: Metallgießerei Walter Gladenbeck in Friedrichshagen. |
Blüchermuseum (Metzgergasse 6)
Täglich geöffnet außer Montags.
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Burg Gutenfels
Sie galt als eine der schönsten und geräumigsten Burgen am Rhein (mehr...). |
Burg Pfalzgrafenstein
Nie wurde sie seitdem von Feinden zerstört, weshalb sie bis heute im Original erhalten blieb (mehr...).
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![]() Der Dicke Turm oder Diebsturm Foto: Copyright by Rainer
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1806 gelangte er nach seiner Versteigerung in Privatbesitz.
1925 wurde an seinem Fuß eine Grabstätte mit einem Tongefäß als Grabbeigabe aus der La-Tene-Zeit um ca. 500 v. Chr. gefunden.
![]() Die Kurpfälzische Amtskellerei Foto: Copyright by Rainer
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Hier war die Amtskellerei mit Kelterhaus sowie Frucht- und Salzspeicher. Das Vorderhaus wurde 1722 erbaut. Hier war zunächst die Verwaltung des kurpfälzischen Unteramtes Kaub untergebracht und später unter Preußen zunächst das Preußische Rentenamt und dann die staatliche Forstverwaltung.
Heute ist der gesamte Komplex im Besitz des Heimat & Kulturvereins Kaub e.V..
![]() Der Leiterberger Turm Foto: Copyright by Rainer
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Der seit dem Mittelalter immer bewohnte Turm hatte früher vermutlich ein Fachwerkobergeschoss und ein hohes Walmdach. Seit 1807 befindet er sich nach einer Versteigerung in Privatbesitz.
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Kurfürstliches Amtshaus (Zollstraße 42)
Ursprünglich war hier die Zollschreiberei untergebracht, später der Wohnsitz des kurpfälzischen Amtmanns.
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Der rote Schild in der Mitte des Wappens bedeutet, dass der Pfalzgraf die oberste Gerichtsbarkeit ausübte, also auch die Todesstrafe verhängen durfte. |
"Im Jahre 1504 von Christi Geburt an gezählt, von Sonntag nach Maria-Himmelfahrt, wurde Kaub sechs und eine halbe Woche belagert. Mit ganzer Macht und Heereskraft durch die Landgrafschaft Hessen Neunhundert Geschützkugeln aus Stein gehauen, deren Größe ihr hier unten schauen könnt, und achthundertdreißig echt gegossene Kugeln, sind von den Hessen verschossen, gefunden worden, ohne die zerbrochen und verloren auch sind etliche in dem Rhein versunken. Und obwohl das Schloß Burg Gutenfels nicht so erbaut war, wie es seit dieser Zeit her von Pfalzgraf Ludwig neu ausgebaut worden ist, mußten dennoch die fremden Gäste (Belagerer) Kaub bei der Kurpfalz bleiben lassen. Das schreiben wir Gottes Gnade zu und auch der wehrhaften Hand. Diese erhalten unser Vaterland." Bei 1993 vorgenommenen Ausgrabungsarbeiten am Zollplatz wurden alte Kanonenkugeln gefunden, die aus dieser Belagerung von 1504 stammen. Sie sind recht neben dem Eingang zum Hof und im Hof zu sehen. |
Bei der Belagerung 1504 verlor er das Dach. Es wurde bis heute nicht mehr erneuert. Am Turm sind verschiedene Wasserstandsmarken angebracht. die höchste Marke stammt vom 3. Februar 1850. Der Wehrgang rechts neben dem Turm stammt vermutlich aus der Zeit um 1340. |
Auf den gefährlichen Strecken Kaub-Bingen und Kaub-St. Goar wurden früher Lotsen eingesetzt. In Kaub arbeiteten zeitweise bis zu 107 Lotsen. Neben Weinbau und Schieferabbau war das Lotsengewerbe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Als das Flußbett entschärft wurde, wurden sie überflüssig.
Der Marktbrunnen
Die Inschrift lautet:
"Im XI. Jahre
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Pegelturm
Nach ihm richtet sich noch heute die Abladetiefe der Schiffe auf der sogenannten 'Gebirgsstrecke' zwischen St. Goar und Bingen.
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Städtisches Verkehrsamt Kaub Öffnungszeiten: |
![]() Kaub mit der Burg Gutenfels und der Burg Pfalzgrafenstein Foto: Copyright by Rainer
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![]() Kaub mit der Burg Gutenfels und der Burg Pfalzgrafenstein Foto: Copyright by Rainer
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![]() Kaub mit der Burg Gutenfels Foto: Copyright by Rainer
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![]() Kaub mit der Burg Gutenfels Foto: Copyright by Rainer
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![]() Kaub. Der Weseler Turm, auch Fuchseturm genannt, gehörte als reiner Wehrturm zur Stadtbefestigung. Foto: Copyright by Rainer
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