Neuwied |
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An der Mündung der Wied in den Rhein liegt die Stadt Neuwied. Sie ist erst etwa 350 Jahre alt. Die einzelnen Stadtteile sind jedoch teilweise wesentlich älter. Schon von den Römern war dieses Gebiet besiedelt. Im heutigen Stadtteil Engers befand sich an der Mündung des Saynbachs im 4. Jahrhundert ein römischer Wachturm zur Befestigung. Reste des freigelegten riesigen Römerbades wurden ausgegraben und können im Stadtteil Niederbiber besichtigt werden.
Die Römer bauten um das Jahr 190 ein Römerkastell und eine zivile Siedlung mit Zaun und Graben am Limes. Das Kastell war mit 5,24 ha Größe und etwa 2000 Soldaten eines der größten am obergermanischen Limes. Es konnte jedoch nicht den Angriff der Franken abwehren, die 259/260 den Limes überwanden und das Kastell zerstörten. Die Römer zogen sich nun zurück.
Seit 1791 ist man bemüht, durch Ausgrabungen die römische Bautätigkeit zu erforschen. Auch Goethe besuchte auf einer seiner Reisen diesen Ort um sich über den Stand der Ausgrabungen zu informieren. Das Ausgrabungsgelände ist heute bis auf das Gelände des Römerbades überbaut.
Ursprünglich war hier, wo die Wied in den Rhein mündet, ein Ort namens Langendorf. Dieses Dorf wurde im dreißigjährigen Krieg völlig verwüstet. Graf Friedrich III. von Wied ließ an dieser Stelle ein Schloß am Rhein erbauen und verlegte 1653 seinen Wohnsitz dorthin. Um das Schloß herum wurde streng symmetrisch die neue Stadt Neuwied mit einheitlichen Häusertypen angelegt. Dadurch entstand ein barock geprägtes Ortsbild, das sich bis heute erhalten konnte.
Der heutige Stadtteil Engers erhält 1357 die Stadtrechte von Kaiser Karl IV. verliehen. Nachdem der Graf von Wied holländische Kaufleute ausplündert, wird die Stadt in die Obhut des Trierer Erzbischofs Kuno gelegt. Der verlegt den Rheinzoll von der nicht weit entfernten Burg Stolzenfels nach hier und gelangt durch die Zolleinnahmen zu einigem Wohlstand. Er residiert auf der Burg Kunostein, die 1758 durch den Erzbischof von Walderdorff abgerissen und durch ein barockes Jagd- und Lustschloß ersetzt wurde.
Das 1646-1648 erbaute Schloß wurde 1696 von Franzosen zerstört. Von 1707 bis 1712 wird auf den Ruinen das bis heute erhaltene neue Schloß im rheinisch-nassauischen Klassizismus erbaut. Das Gebäude ist im Privatbesitz der Fürstenfamilie Wied und kann im Inneren nicht besichtigt werden.
Die Burg Altwied war der Stammsitz der ersten Grafen zu Wied, Ihre mit Türmen und Toren versehene Wehranlagen umschlossen im 14. Jahrhundert auch die im 12. oder 13. Jahrhundert entstandene Ortschaft Altwied (auch Nieder- oder Gräfenwied genannt) unterhalb der Burg. Als die Grafen 1653 ihren Wohnsitz an den Rhein verlegten, verfiel die Burg.
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Waldstr. 160, 56566 Neuwied, Tel. 02622/81166, Fax: 02622/81169
Öffnungszeiten: Sommerzeit: 9.00 - 18.00 Uhr; Winterzeit: 9.00 - 17.00
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Neuwied im 19. Jahrhundert
Künstler: Johann Ludwig Bleuler
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