Oberwesel |
![]() Oberwesel mit Schönburg, Liebfrauenkirche und Haagsturm Foto: Copyright by Rainer
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Die 'Stadt der Türme und des Weines' wird Oberwesel genannt. Der romantische Ort Oberwesel mit seiner alten Stadtmauer, den malerischen alten Fachwerkhäusern und der uralten Ruine Schönburg ist als Wein- und Reiseziel seit langer Zeit bekannt. Der aus Unkel stammende Dichter Ferdinand Freiligrath nannte Oberwesel 'der Romantik schönster Zufluchtsort am Rhein' und Hoffmann von Fallersleben sang hier in Oberwesel zum ersten mal öffentlich das Deutschlandlied.
![]() Oberwesel, Ochsenturm Foto: Copyright by Rainer
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Oberwesel ist auch bekannt wegen seiner vielen Kirchen. Die auf die Stadtmauer aufgesetzte Wernerkapelle, die Liebfrauenkirche und die Martinskirche mit ihrem Wehrturm zeugen heute noch davon. Früher unterhielten bis zu neun Klöster Hofgärten in der Stadt. Oft gehörten dazu eigene Hofkapellen.
Und noch weitere Kirchen gab es in der Stadt wie die Mauritiuskirche, die aus der Zeit stammte, in der Oberwesel zum Erzbistum Magdeburg gehörte.
Früher wurden auch Münzen für Kurtrier in Oberwesel in der Münzgasse geprägt. Schon vor 1370 erhielt Oberwesel unter dem des Erzstifts Trier das Münz- und Prägerecht bis zum Ende des Mittelalters.
![]() Oberwesel Foto: Copyright by Rainer
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• um 400 v. Chr. war die Region schon von dem keltischen Stamm der Treverer in der Siedlung 'Vasavia' bewohnt.
• Danach kamen 58 v. Chr. die Römer, die hier um 300 eine Militärstation der römisch-rheinischen Heerstraße unterhielten. Sie nannten den Ort 'Vosolvia'.
• im 5. Jahrhundert nahmen nach dem Abzug der Römer die Franken den Mittelrhein in Besitz und nennen den Ort 'Vesalia'.
• 966 schenkt Kaiser Otto I. den Ort (damals 'Wesel' genannt) mit den Leibeigenen dem Erzstift Magdeburg.
• 1166 Friedrich I. (Kaiser Barbarossa) kauft Wesel zurück.
• 1216 Übergabe durch Kaiser Friedrich II. an das Erzbistum Magdeburg. Wesel erhält nun Stadtrechte und nennt sich Oberwesel.
• 1220 wird der Ort für 2000 Mark Silber zurückgekauft und gehört nun wieder zum Reich.
• 1237 erwirbt Wesel durch die Zahlung von 3000 Mark Silber die freie Reichsunmittelbarkeit. Die freie Reichsstadt beginnt nun mit dem Bau der Stadtbefestigung, die die bisher bestehende provisorische Umwallung ersetzen soll. 1257 wird sie erstmals erwähnt.
• 1254 gehört der Ort zum Rheinischen Städtebund.
• 1312 verpfändet Kaiser Heinrich VII. Oberwesel und Bad Salzig an seinen Bruder Balduin von Luxemburg, den Erzbischof und Kurfürsten von Trier.
• 1389 lehnt sie Wesel gegen die Unterdrückung durch den Kurfürsten Werner von Falkenstein auf. Sie wird im sogenannten Weseler Krieg ein Jahr lang belagert und mit Feuergeschützen beschossen.
• 1620 besetzen kaiserlich-spanische Truppen die Stadt.
• 1632 erneute Besetzung durch schwedische Truppen.
• 1644 Besetzung durch bayerische Truppen.
• 1689 Besetzung durch Franzosen.
• 1802 wütet ein Feuer in der Stadt.
• 1804 Besetzung durch Franzosen. Oberwesel gehört nun zu Frankreich.
• 1815 Oberwesel wird preußisch.
• 1836 und 1850 erneute Feuersbrünste.
• 1857 wird die Eisenbahn gebaut.
• 1935 findet der erste Weinmarkt auf dem Marktplatz statt.
Minoritenkloster
1517 spalteten sich ein Teil der Franziskaner ab und nannte sich Minoriten. Das Kloster heißt seitdem Minoritenkloster. Da während der Reformationszeit viele Mönche das Kloster verließen, wurde es Mitte des 16. Jahrhunderts von Fürstbischof Johann VI. von der Leyen aufgelöst. Es wurde dort die Kurfürstliche Kellerei für das Oberamt Oberwesel eingerichtet. Während der Gegenreformation kamen die Minoriten im Jahr 1621 wieder zurück.
1802 wird das Kloster von Napoleon aufgelöst und für 4000 Franc versteigert. 1836 fällt das Anwesen wie auch Teile der Stadt einem Feuer zum Opfer. Nur das Bußkreuz, das heute an dem Haus Bußgasse/Ecke Oberstrasse zu sehen ist, überstand den Brand. 1998 wurde es restauriert. |
Schönburg
Sie war eine der größten Burgen und hatte die dicksten Schildmauern aller Burgen am Rhein. Über 500 Jahre lang war sie im Besitz einer einzigen Familie, der Grafen von Schönburg. |
![]() Oberwesel, Stadtbefestigung Foto: Copyright by Rainer
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Die meist über zwei Meter breiten Fundamente reichen bis tief in die Erde. Die Höhe beträgt meistens 8,50m. An besonders gefährtdeten Stellen kann sie aber auch bis zu 16 m erreichen. Der Wehrgang war bis zu 1,70m breit, damit zwei Soldaten mit Ausrüstung aneinander vorbei gehen konnten. Auf den Wehrgang gelangte man durch integrierte oder aussen vorgesetzte Treppen. Über 11 Tore und 13 Pforten konnten im Mittelalter die knapp 1000 Einwohner sowie Besucher die Stadt betreten oder verlassen.
![]() Oberwesel, begehbare Stadtbefestigung Foto: Copyright by Rainer
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Die Mauer wurde im Verlauf ihrer Geschichte mindestens zweimal erhöht, am Pulverturm sogar dreimal. Von den ehemals 22 Türmen sind heute noch 16 erhalten, darunter der mächtige Ochsenturm. Teilweise ist der Wehrgang mit Wehrtürmen begehbar und bietet dem Besucher einen schönen Ausblick auf den Rhein.
![]() Oberwesel, Stadtbefestigung Foto: Copyright by Rainer
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Der Turm ist 17,50m hoch und 8m breit. Das er an der Rheinseite der Stadtmauer lag, erhielt der Schalenturm ein repräsentatives Aussehen, um vom Wohlstand und der Wehrhaftigkeit der Stadt zu künden. Er wurde weiß gekalkt und mit einer Imitation von großen Quadern versehen.
Zunächst befand sich hier ein Tor, das in einer älteren Form mit der Stadtmauer vermutlich Ende der 20er Jahre des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Der Turm wurde später der schon bestehenden Stadtmauer an- und aufgesetzt. 1491 wird er noch einmal umgebaut.
Katzenturm
Wie bei den späteren Rundtürmen die Regel, ist ist auch hier das letzte Geschoss zum Schutz vor Bombardenbeschuss überwölbt. Der Turmzylinder geht oben in ein Achteck über, das, durch eine umlaufende Hohlkehle abgesetzt, bis in das 18. Jahrhundert von einem Kegeldach abgeschlossen war.
Im 19. Jahrhundert wurde der Turm wie auch einige andere zum Kauf angeboten. Die Terrasse, die Wehrgangbrüstung, die vergrößerten Fenster und der Erker wurden im 19. und 20. Jahrhundert nach dem Zeitgeschmack ergänzt. 1993 bis 1995 erfolgte eine umfassende Renovierung. Im Inneren befindet sich eine Privatwohnung. |
Koblenzer Torturm (Königsturm)
Es handelt sich um einen fünfgeschossigen Schalenturm mit 19m Höhe und einer Frontmauer von 2m Stärke, der unter den Tortürmen der älteren Ausbaustufe als das fortschrittlichste Beispiel in Konstruktion und Form gilt.
Ein Fallgitter sicherte das Tor. Es wurde nur in Kriegszeiten heruntergelassen. Davor befand sich früher eine hölzerne Brücke, die über den Stadtgraben führte. |
Ehemalige Stiftskirche Liebfrauen (Liebfrauenstraße)
Sie wurde ab 1308 erbaut. Chorweihe war im Jahr 1331. Fertiggestellt wurde sie im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts. Der Westturm ist 72 m hoch. Die Schönburger Herren beteiligten sich wie bei der St. Martin Kiche an der Finanzierung. Sehenswert ist im Inneren unter anderem der Nikolausaltar aus dem Jahr 1506 oder der gotische Goldaltar aus der Zeit um 1330. Er ist einer der ältesten und wertvollsten Schnitz- und Flügelaltäre in Deutschland. 1975 wurden seine Figuren durch Einbrecher gestohlen. Nur ein Teil davon konnte wieder beschafft werden. Außerdem sind drei hochgotische Altarbilder aus der Zeit um 1500 erhalten geblieben. Von der ehemals umfangreichen Wandbemalung des Mittelalters existieren noch 25 Wandbilder.
Adresse: |
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![]() Oberwesel, ehemalige Stiftskirche St. Martin Foto: Copyright by Rainer
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Die Geschichte der Martinskirche geht bis in die Frankenzeit zurück (St. Martin ist der Schutzheilige der Franken). Vormals existierte ein Vorgängerbau.
Der Neubau der Kirche wurde notwendig, nachdem im Jahr 1303 der trierer Erzbischof ein Stift mit einem Probst, einem Dekan und fünf Kanonikerstellen errichtete. Der Vorgängerbau wurde nun zu klein. Über dessen Geschichte ist wenig bekannt.
Um 1350 begann man mit dem Neubau, wobei die Liebfrauenkirche als architektonisches Vorbild diente. Vermutlich war es die gleiche Bauhütte, die nach der Fertigstellung der Liebfrauenkirche mit dem Abriss der alten und dem Neubau der neuen St. Martinkirche begann.
Nach dem Weseler Krieg (1390/1391) baute man den an strategisch wichtiger Stelle liegenden Kirchturm zu einem Befestigungsturm aus und integrierte ihn in das Befestigungssystem der Stadt. So ist der Turm heute das imponierendste Beispiel sakraler Wehrarchitektur der Gotik im Rheinland. Turm und Kirche wurden jedoch aus Geldmangel des Stifts nie ganz fertiggestellt.
Erst um 1500 wurde das nördliche Seitenschiff fertig. Mit dem Bau des südlichen Seitenschiffes wurde nie begonnen.
1581 starb der letzte Kanoniker. Damit war das Stift praktisch erloschen. Offiziell wurde es erst 1802 durch Napoleon aufgehoben. Die Stiftskirche wurde nun zur Pfarrkirche der katholischen Kirchengemeinde Oberwesel.
Das Innere birgt eine reiche Ausstattung, insbesondere beachtliche Wandmalereien.
Im Chorgewölbe ist noch die gotische Ausmalung aus der Erbauungszeit zu sehen.
Derzeit (September 2005) wird die Kirche restauriert.
Wernerkapelle
Ein Heilig-Geist Hospiz mit Kirche ist in der Stadt schon seit 1305 nachgewiesen. Es wurde von Bürgern der Stadt erbaut. Der Chor der Kirche wurde nachträglich auf die Stadtmauer aufgesetzt. Der Wehrgang führte durch sie hindurch.
Seit wann die Kirche Wernerkapelle genannt wird, ist nicht geklärt. Heute dient sie immer noch als Hospitalkirche. Öffnungszeiten: |
Tourist-Information Oberwesel |
![]() Oberwesel im 19. Jahrhundert Künstler: Johann Ludwig Bleuler |
![]() Oberwesel und die Schönburg Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel und die Schönburg Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel und die Schönburg Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Katzenturm Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Ochsenturm Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Ochsenturm Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Koblenzer Torturm (Königsturm) Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, auf der begehbaren Stadtmauer Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Koblenzer Torturm (Königsturm) Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Kuhhirtenturm Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Kuhhirtenturm Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, im Laufe von vielen Jahrhunderten haben die Karren tiefe Spuren im Stein hinterlassen. Foto: Copyright by Rainer
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![]() Teile der alten Stadtmauer von Oberwesel Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Weinhexenfest Foto: Copyright by Rainer
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![]() Blick auf Oberwesel Foto: Copyright by Rainer
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![]() Blick auf Oberwesel Foto: Copyright by Rainer
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![]() Blick auf Oberwesel Foto: Copyright by Rainer
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![]() Blick auf Oberwesel Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Schönburg und Burg Gutenfels (links) Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Schönburg, Burg Gutenfels (links) und Burg Pfalzgrafenstein (aud der Rheininsel) Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, von der Schönburg aus betrachtet Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, von der Schönburg aus betrachtet Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, vom 'Sieben Jungfrauenblick' betrachtet Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, vom 'Sieben Jungfrauenblick' betrachtet. Im Hintergrund Burg Pfalzgrafenstein und Burg Gutenfels (links) Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Liebfrauenkirche und Schönburg Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel, Schönburg (rechts) und Burg Gutenfels Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel und die Schönburg Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel und die Schönburg Foto: Copyright by Rainer
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![]() Oberwesel und die 'Sieben Jungfrauen' im Rhein Foto: Copyright by Rainer
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![]() Der Rhein oberhalb von Oberwesel mit den 'Sieben Jungfrauen' genannten Felsenriffen. Foto: Copyright by Rainer
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