Der heilige St. Goar

Goar (* um 495 + um 575) kam um 530 aus Aquitanien (eine Provinz im Südwesten des heutigen Frankreich) an den Rhein und führte das Leben eines Einsiedlermönches und Missionars.

Der 24jährige hatte in seiner Heimat Aquitanien die Priesterweihe empfangen. Zunächst lebte er in einer Felsenhöhle etwas nördlich von St. Goar und begann mit Erlaubnis des Trierer Bischofs mit der Missionierung der Landbevölkerung. Außerdem speiste er die Armen und setzte sich für Kranke und Reisende ein. Als aufgrund seiner Popularität immer mehr Menschen zu ihm kamen, zog er in den Ort und ließ dort eine Kapelle und ein Hospiz errichten. Außerdem gründete er eine christliche Herberge für Arme und Reisende.

Nicht nur seine Gastfreundschaft und seine Vorliebe für guten Wein und gutes Essen waren bekannt, es werden ihm auch viele Wundertaten nachgesagt. So soll er den Teufel getreten haben oder verhindert haben, dass aus dem offenen Spundloch eines Weinfasses Wein ausläuft. Als er vom Trierer Erzbischof wütend empfangen wurde, soll er seine Kleidung an einem Sonnenstrahl aufgehängt haben, um ihn zu besänftigen. Er soll auch in Seenot geratenen Schiffern das Leben gerettet haben. Zwei Priestern rettete er mit der Milch von drei Hirschkühen das Leben. Die Frau Karls des großen soll er von Zahnschmerzen befreit haben und dessen verfeindete Söhne (Karl und Pippin) sollen sich an seinem Grab versöhnt haben. Karl der Große gelobte daraufhin angeblich, jedesmal, wenn er auf dem Rhein an St. Goar vorbeikommt, dort für ein Gebet innezuhalten.

Er verwendete teilweise ungewöhnliche Methoden, um die häufig noch heidnische Bevölkerung zu missionieren.Teilweise predigte er von einem Boot im Rhein aus zu den arbeitenden Fischern.

Das Angebot, Erzbischof von Trier zu werden, lehnte er ab. Er zog es vor, ein bescheidenes Leben zu führen.

Nach seinem Tode wurde er in seiner Kapelle beigesetzt. Kleriker führten seine Arbeit in der Marienkapelle und im Hospiz weiter. Sein Grab wurde zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort und der Ort erhielt schon bald seinen Namen. Trotz intensiver Bemühungen wurde St. Goar jedoch nie vom Papst heilig gesprochen.

Der heilige Goar ist Schutzpatron der Stadt St. Goar, der Winzer, der Schiffer, der Töpfer, der Ziegelarbeiter und der Gastwirte, also all der Berufe, die zu seinen Lebzeiten hier ausgeübt wurden.

Die originale Kapelle des Goar existiert heute nicht mehr. Der Abt Asuer von der Abtei Prüm, dem seit dem 8. Jahrhunert dieses Gebiet unterstellt war, ließ eine neue Kapelle errichten. Diese wurde im 11. Jahrhundert wiederum durch eine neue Kirche, die heutige Stiftskirche, ersetzt.

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